Chantal WEIS

zertifizierte Trageberaterin

Warum tragen?

Tragen ist ein Grundbedürfnis des Babys. 9 Monate lang war es permanent in Kontakt mit seiner Mutter, konnte sie riechen, schmecken, fühlen und ihre Bewegungen spüren. Nach der Geburt will es das auch weiterhin. Das Tragen ermöglicht ihm dies. Es vermittelt ihm Sicherheit und Geborgenheit. Das Baby wird dadurch ruhiger und zufriedener und weint weniger; sein Urvertrauen wird gestärkt und es hat weniger Verlassenheitsängste.

Tragen schafft Vertrautheit und hilft beim gegenseitigen Kennenlernen. Durch das Tragen wird bei der Mutter Prolaktin ausgeschüttet, was die Milchproduktion steigert. Aber auch das Risiko für Wochenbettdepression wird durch den engen Kontakt verringert.

Zudem hilft es den Eltern die Bedürfnisse ihres Kindes wahrzunehmen und darauf einzugehen. Das Tragen hilft einen Familienrhythmus mit dem Neuankömmling zu finden. So kann das Baby in den Alltag eingebunden werden.

Das Tragen im Tragetuch kann jungen Eltern helfen den Alltag besser zu meistern. Das Baby ist immer dabei und man hat beide Hände frei um sich zum Beispiel um den Haushalt zu kümmern oder mit den älteren Geschwistern zu spielen. Das Kind ist im Alltag integriert. Die Eltern sind mobiler; Drehtüren, Treppen, öffentliche Verkehrsmittel, holpriger Wanderwege oder Menschenaufläufe stellen kein Problem da.

Es ermöglicht aber auch dem Vater leichter eine Bindung zum Baby aufzubauen. Im Gegensatz zum Stillen können auch die Väter tragen. Es unterstützt aber auch die gesunde Rücken- und Körperhaltung des Tragenden. Wenn das Tragetuch richtig gebunden ist, wird der Beckenboden weniger belastet.

Das Tragen im Tragetuch unterstützt die Entwicklung der kindlichen Wirbelsäule und der Muskeln. Der Gleichgewichtssinn wird angeregt und geschult. Die Körperwärme des Tragendens hilft dem Stoffwechselsystem des Babys. Früh- und Neugeborene können ihre Körpertemperatur besser regulieren und ihr Atem- und Herzrhythmus wird stabiler.

Das Kind kann jederzeit im Tuch schlafen oder wach und neugierig sein. Es bietet ihm einen Rückzugsort, wenn zu viel Trubel rundherum ist. Es kann selbst Blickkontakt aufbauen und Außenstehende von einem sicher Platz aus erleben. Das Kind hat freie Sicht auf das, was rundherum passiert und ist nicht darauf angewiesen, dass jemand sich in sein Blickfeld vor dem Kinderwagen stellt.